Zwangsweise Verkehrsberuhigung und ausschließlich ortsfremde Planungsbüros

Erstellt von Peter Nath am 26.04.2022 um 23:47 Uhr

Nun kenne ich den Bahnhof schon seit über sechzig Jahren, bin in seiner Nähe aufgewachsen, und nutze ihn seit vierzig Jahren als Fernpendler. ür mich liegt die Erreichbarkeit des Bahnhofs im Vordergrund. Man muss ihn schnell erreichen können, und zwar nicht nur mit dem beklagenswert umständlichen ÖPNV in Offenburg. Wer auch immer die jetzige Verkehrsführung mit dem ZOB verbrochen hat, sollte auf immer im Stau vor dem Fußgängerüberweg schmoren; aber das ist eine andere Geschichte.
Alle Planungsbüros träumen ja davon, daß der Bahnhof überwiegend bis ausschließlich von Radfahren bevölkert wird, und das weitere Umfeld am liebsten noch dazu. Aber so wird das nicht funktionieren. Ein Bahnhof muss insbesondere in der doch eher ländlich strukturierten Umgegend Offenburgs für den Individualverkehr erreichbar sein. Was bieten die Entwürfe statt dessen? Idealisierte, idyllische modellbahnhafte Entwürfe, die so nicht funktionieren werden. Verabschieden Sie sich doch bitte von diesem Wolkenkuckucksheim großstädischer Flanierboulevards vor großen Empangsgebäuden. Alleine in den vergangenen zwanzig Jahren habe ich fast alle großen Bahnhöfe Deutschlands bereist, und überall schienen sich die weltfremden Planungsteams aus der Ferne ausgetobt zu haben. Ich hätte also dafür plädiert, daß auch Planungsteams mit lokalen Kenntnissen an den Start gegangen wären, aber die Stadt Offenburg hat es sich ja anders angelegen sein lassen.
Nun gut, schön ist das Bahnhofsumfeld des historischen Bahnhofs, immerhin in seinen Ursprüngen aus dem Jahre 1844 datierend, nicht. Aber man sollte bei der Restrukturierung mit Augenmaß vorgehen. Wieso soll die Karrenunterführung geschlossen werden? - Diese leistet gute Dienste.

Kommentare (0)