5. Rang: Christoph Menzel

Die Ergebnisse der Phase 2

Stellungnahme des Preisgerichts

Die Bearbeiter*innen nähern sich zuerst in sehr ambitionierter und poetischer Form dem Ort. Es ist schade, dass der Beitrag dieses Versprechen nicht in aller Konsequenz und bis ins Detail halten kann.

Die finalen Pläne von Christoph Menzel finden Sie hier.

 

Gesamte Stellungnahme lesen

Der Beitrag zeichnet sich zunächst durch eine weitreichende und umfangreiche Annäherung aus der Landschaft zum Ort aus. Daraus werden Themen für den Zwingerpark und die Gustav-Rée-Anlage entwickelt, die im Zwingerpark im Rahmen der Bearbeitung nicht mehr ablesbar sind und im Osten mit dem Obstbaumthema zu weit hergeholt wirken. Zumal in Kinderspielbereichen Obstbäume in der Regel zurückhaltend verwendet werden.

Die ökologische Aufwertung des Zwingerparks wird ebenfalls positiv aufgenommen. Leider werden in diesem Zusammenhang signifikante gestalterische Aufwertungen vermisst. Die Vorschläge im Umgang mit der Stadtmauer erscheinen in Teilen kontraproduktiv zum Ansinnen, die räumliche Dominanz der stolzen Anlage wieder zur Entfaltung zu bringen.

Die Vorschläge zur Verkehrsführung und zur Gestaltung des inneren Stadteingangs am Stadtbuckel mit leicht radial gestellten Kastenlinden in rotem Porphyr sind angesichts der städtebaulichen Situation nicht nachvollziehbar, weil die Bäume die Raumsituation, die durch die Gebäude vorgegeben ist, eher verdecken als akzentuieren. Roter Porphyr, der zeitgeistig mehr den Stadterneuerungen des vorigen Jahrhunderts zuzuordnen ist, vermittelt hier die falsche Wahl. Die Betonung weiterer Flächen in der Planung mit diesem Material scheint deshalb aus der Zeit gefallen. Die flankierenden Weingärten am Stadtbuckel, auch als Bürger-Weingärten bezeichnet, sind am sensiblen Übergang in den Zwingerpark und ins Grün entlang der Grabenallee deplatziert.

In der Gustav-Rée-Anlage fällt zunächst die Wegeführung entlang des Bahngrabens auf, da sie wenig zu einem abwechslungsreichen Erleben des recht langen und schmalen Streifens vor der Stadtmauer beiträgt. Daraus entwickelt sich wiederum ein langer Spielstreifen, der nur durch die Vegetation eine gewisse Rhythmisierung erfährt. Die Spielgeräte sind Altersstufen zugeordnet und beziehen auch Angebote für ältere Bürger ein, wobei ihre Darstellung eine eher konventionelle und damit sehr determinierte Nutzung erwarten lässt. Das Beleuchtungskonzept mit den Lichtstelen, die an gewählten Stellen mittels Zusatzmodulen besondere Orte an der Stadtmauer hervorheben, wird verstanden. Nur wenig verständlich erscheint, dass die gewählten Sprünge in der Kontur der Mauer sich als diese Orte entpuppen, die es eigentlich nicht verdienen, bei Nacht in Szene gesetzt zu werden. Deutlich wird das an der Sporthalle, die aus der Mauer ragt. Die Bearbeiter*innen nähern sich zuerst in sehr ambitionierter und poetischer Form dem Ort. Es ist schade, dass der Beitrag dieses Versprechen nicht in aller Konsequenz und bis ins Detail halten kann.

Das Beleuchtungskonzept mit den Lichtstelen, die an gewählten Stellen mittels Zusatzmodulen besondere Orte an der Stadtmauer hervorheben, wird verstanden. Nur wenig verständlich erscheint, dass die gewählten Sprünge in der Kontur der Mauer sich als diese Orte entpuppen, die es eigentlich nicht verdienen, bei Nacht in Szene gesetzt zu werden. Deutlich wird das an der Sporthalle, die aus der Mauer ragt.

Die Bearbeiter*innen nähern sich zuerst in sehr ambitionierter und poetischer Form dem Ort. Es ist schade, dass der Beitrag dieses Versprechen nicht in aller Konsequenz und bis ins Detail halten kann.

 

 

Das Vorstellungsvideo zu Phase 1

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Die Pläne zu Phase 1

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Überblick 

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Gesamtentwurf 

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Kommentare (10)

Doris Schmitz-Braunstein

ID: 83 08.07.2020 23:32

Den Radschnellweg entlang des Mühlbachs im neuen Wohngebiet zu führen und nicht durch den Zwingerpark scheint möglich. Weiter gefällt mir der Hinweis auf Elemente bzw. Erinnerungen an die frühere Nutzung als Spinnerei.
Sehr gut auch der Vorschlag, den Verkehr bei der Einfahrt in die Innenstadt am Stadtbuckel und über die Zauberflöte zu entschleunigen.

Ulrike Beck

ID: 79 08.07.2020 17:16

Das mit Abstand am „liebevollsten“ gestaltete Vorstellungsvideo. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die Grabenallee eine Spur einbüßen soll. Dafür fände ich Bäume an der Grabenallee entlang sehr reizvoll sofern man das auch ohne Verringerung einer Abbiegespur erreichen kann.

Urs Rosenkranz

ID: 73 08.07.2020 08:55

Sehr gut finde ich die Idee mit den Obstbäumen am Bahngraben. Diese laden nicht nur zum verweilen ein und verbinden die Natur und die Stadt (Urban Gardening), sondern spenden auch Schatten und sorgen für ein besseres Mikroklima. Es sollte grundsätzlich viel über die Bepflanzung / Beschattung mit Bäumen nachgedacht werden, um zu heiße Orte in der Stadt zu verhindern und die Lebens und Einkaufsqualität zu erhöhen.
(3 1/2 Burgen)

Simone Golling-Imlau

ID: 62 07.07.2020 20:44

Die Innenstadt muss auch von deren Bewohnern noch angefahren werden können, deshalb kann die Abfahrt in die Hauptstraße nicht ganz entfallen. Genauso wie für das Anfahren des Parkhaus am Marktplatz.
Im Zwingerpark kein schneller Radweg finde ich positiv. Überhaupt im Grüngürtel würde ich keinen "schnellen" Radweg sehen. Wie man die Fuß- und Radwege (langsames Fahren) dann konkret an manchen engen Stellen trennen möchte ist für mich eine wichtige Frage.
Für mich ist das Konzept das "grünste".
Auch hier wird die Grabenallee um eine Spur enger gemacht; für mich schon bei heutigem Verkehr momentan nicht machbar.

Peter Skiba

ID: 58 07.07.2020 17:44

Ein sehr interessanter Entwurf. Verständnisfrage:
Wie soll die Anfahrt des Parkhauses unter dem Marktplatz geführt werden? Der Stadtbuckel soll - so habe ich es verstanden - nicht von Kfz befahren werden, um diesen aufzuwerten....

Stephanie Stier

ID: 55 06.07.2020 23:11

Mir gefällt gut, dass die umgebene Landschaft der Ortenau miteinbezogen werden soll und in dem grünen Gürtel der Stadt Berücksichtigung findet.
Im Osten/Süden: Gute Idee des Einfließens von Obstwiesen in den Grünen Ring. Dies könnte man noch weiter ausbauen in Form von Betonung der Sortenvielfalt und des Hinweises auf „vergessene Obstsorten“. Beschreiben und Erläutern mittels Beschilderung oder digital über einen Lehrpfad von alten Obstgewächsen (alte Apfelsorten, Quitten, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, etc.) – in Anlehnung an die Obstlandschaft der Ortenau.
Genauso das Anlegen von Blumenwiesen und Hecken finde ich gut. Hier könnte die Betonung auf der Förderung der Artenvielfalt liegen. Das bewusste und aufeinander abgestimmte Anlegen von Bewuchs und Nistmöglichkeiten (Nisthilfen, Fledermauskasten, Bienen-/Insektenhotels, etc.), auch mit einem Lehrpfad zur Erläuterung und des Erlebens der Biodiversität.
Im Westen: Laut Konzept sollen hier die Aussichtspunkte betont und die Wasser- und Energielandschaften unterstrichen werden. Bereiche wie Picknick, Cafés, Kiosk und Spielwiesen sollen hier entstehen. Vielleicht noch mit Wasserspielen, Türmen und Klettern am Parkhaus ergänzen? Hier fehlen mir aber noch weitere konkrete Ideen, um das Konzept rund zu gestalten. Positiv ist der schnelle Radweg auf der anderen Seite des Kanals.
Eine gute Idee ist, aus der Grabenallee wieder eine Allee mit Bäumen zu gestalten.
Verständlich ist mir noch nicht die Verengung der Fahrbahn geworden (Abbiegespur der Hauptstraße/Grabenallee zur Altstadt entfällt). Fällt die Zufahrt in die Stadt (Stadtbuckel) dann weg?
Was passiert im Norden des Grünen Rings, um einen Ringschluss zu erwirken (Seestraße/Gustav-Rée-Anlage)? Gerade diesen Bereich sehe ich als Herausforderung und eine Begrünung und eine Gestaltung wären notwendig. Könnte hier und ebenso in den Bereichen der früheren Stadttore mit Licht (Bodeneinbauleuchten/-strahler) gearbeitet werden?
Ist der Miteinbezug der Seite östlich vom Bahngraben (Wilhelmstrasse) noch möglich?
Sehr schlüssiges Konzept und nachvollziehbare Prinzipien.

Beate Glatt

ID: 40 02.07.2020 15:05

Welcher Vorschlag wird denn von der Stadtverwaltung bevorzugt/favorisiert?

MFG

Moderationsteam Stadt Offenburg

Kommentar der Moderation
ID: 42 03.07.2020 10:22

Hallo Frau Glatt,

vielen Dank für Ihre Frage. In der jetzigen Phase des Wettbewerbs geht es noch nicht um einen Favoriten, sondern um Feedback zu den Ideen und Vorschlägen aus den verschiedenen Entwürfen.

Auch die Stadtverwaltung hat die Entwürfe diese Woche zum ersten Mal gesehen. Am 11. Juli wird sich das Preisgericht (Vertreter aus Politik und Fachwelt) zu den Vorschlägen austauschen und ebenfalls Hinweise zur weiteren Bearbeitung formulieren. Die Beiträge der Öffentlichkeit, d. h. die eingebrachten Kommentare auf dieser Webseite, werden dabei dem Preisgericht vorgestellt. Das Feedback von Öffentlichkeit und Preisgericht wird dann an die Teams weitergegeben. Anschließend verfeinern die Teams ihre Entwürfe und erst im Herbst wird ein Favorit gekürt. Diese Planung wird dann dem Gemeinderat zur Umsetzung vorgeschlagen.

Lassen Sie uns also wissen, welche Ideen der Teams Ihnen besonders gut gefallen oder auch bei welchen Vorschlägen Sie anderer Meinung sind. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

Herzliche Grüße
Ihr Moderationsteam

Herbert Müller

ID: 34 01.07.2020 10:29

Würde den Bahngraben an der Ostseite (Wilhelmstr.) mit in die Planung aufnehmen. Der Bahngraben gehört zur Bahn, mit Anregungen zur Gestaltung könnte man mit dieser ins Gespräch kommen. Eine zusammenhängende Gestaltung würde den Bahngraben offener, sicherer und großzügiger machen. Auch im Zusmmenhang mit der neuen künftigen Bahnhofsgestaltung. Die Reisenden sollten zudem einen guten Eindruck bei der An- und Abreise von Offenburg haben.
Der vorgenande Bereich besteht aus wenig geplegten "Wildwuchs" wurde in den letzten Jahren auch als "Müllkippe"genutzt.
Meine Vorschläge:
-Altes Stellwerk mit in die Gestaltung integrieren. Nutzung zuführen.
-Eventuell Kunst in die Böschung , neben der neuen Grüngestaltung, aufstellen, was den Aufenthalt in den Anlagen, mit Blick auf diese fördern würde.
- Besserer Blick von der Anlage aus, auf die typischen Stadthäuser seiner Zeit.
- Schulbrücke in den Lindenplatz gestalteisch einplanen. Zwei Fahrspuren würden reichen. Die Brücke war damals großzügig für die " Zukunft" geplant. Diese Großzügigkeit ist nicht mehr notwendig.
- Stadtmauer ,welche " Geschichte erzählt", bei Bedarf schonend sanieren. Kein Neubaueindruck.

Ha Vo

ID: 30 29.06.2020 19:13

Wozu diese Symbolischen Stadttore führen zeigen uns ja die Büroklammern auf der Kinzigbrücke oder der Kreisel an der Fachhochschule.

Die Zufahrten zur Stadt sind jetzt schon recht spärlich, da sollte die Zufahrt zur Gerberstraße doch erhalten bleiben.