3. Rang: w+p Landschaften

Die Ergebnisse der Phase 2

Stellungnahme des Preisgerichts

Insgesamt eine Arbeit, die von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung und den örtlichen Gegebenheiten zeugt, die aber doch einige Schwächen aufzeigt, dies insbesondere im Bereich des Stadtbuckels und des nördlichen Bahngrabens.

Die finalen Pläne von w+p Landschaften finden Sie hier.

 

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Die Verfasser entwickeln drei übergreifende Motive und geben dem Grüngürtel damit einen einheitlichen Duktus. Die Stadtmauer wird weitgehend freigestellt, in dem der niedrige Bewuchs beseitigt wird und soll somit als Rückgrat des Grüngürtels erlebbar werden. Ein Rad- und Fußwegeband, zum Teil parallel geführt, zum Teil gesplittet führt um den Grüngürtel. Ein guter Gedanke, der aber in den Teilbereichen in unterschiedlicher Qualität umgesetzt ist. Die Idee über Pflanzelemente, eine Baumart mit unterschiedlichem Laub und Blüheffekt und kurzen Baumreihen, dem Grünraum mit wiederkehrenden Elementen eine eigene Identität zu geben, ist eine schöne Idee, allerdings widersprechen die neuen Baumarten dem Parkpflegewerk im historischen Teil des Zwingerparks. Insbesondere der Vorschlag, die Altstadtzugänge mit jeweils zwei versetzten Baumreihen zu betonen, wird begrüßt.

Die Neugestaltung des Zwingerparks respektiert den historischen Bestand, fügt diesem aber neue Nutzungsmöglichkeiten hinzu. Der Spielplatz südlich des Parkhauses wird aufgelöst und durch in die Grünflächen integrierte Spiel- und Sportangebote ersetzt. Eine neue Plattform am Mühlbach bietet gute Aufenthaltsmöglichkeiten und den Blick auf den historischen Spinnerei-Hochbau. Der Fuß- und Radweg wird hier gesplittet, bietet gute Orientierung und ein Angebot für unterschiedliche Geschwindigkeiten.

Demgegenüber erscheint der Vorschlag für die Neugestaltung der Verkehrsflächen am Stadtbuckel problematisch. Der Belagswechsel erfolgt zu knapp vor dem südlichen Altstadteingang, um hier eine Verkehrsberuhigung zu erreichen.

Die Fuß- und Radwegeführung im Grüngürtel wird unterbrochen. Dadurch wird der KfZ-Verkehr noch deutlicher als heute in die südliche Hauptstraße geführt, was dem Ziel, hier die Aufenthaltsqualität zu steigern widerspricht und auch den Grüngürtel keine Verbindung ermöglicht. Positiv ist hier jedoch die Formulierung einer zweiten Stadtterrasse mit einer neuen Treppenanlage im Westen sowie die Setzung der beiden Baumreihen.

Der Übergang von der als Boulevard gedachten Gustav-Rée-Anlage in den nördlichen Bahngraben ist schlüssig. Die Führung des Fuß- und Radwegs im Bahngraben als kombiniertes Band ist effektiv und ermöglicht zusammenhängend nutzbare Freiflächen. Allerdings erscheint die Führung wenig spannungsreich und lädt nicht zum Verweilen ein. Insbesondere gibt es kein Angebot, den Zugverkehr im Bahngraben zu beobachten, was bedauert wird. Die Idee das Spielthema „Freiheitsspielplatz“ als „Gedankenflug“ zu entwickeln ist reizvoll, allerdings schaffen sich die Verfasser mit der Kreisform unnötige Zwänge, die zu Einbußen in der Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit führen.

Das Beleuchtungskonzept, eine Kombination der Funktional- mit der Architekturbeleuchtung aus Stelen heraus, ist funktional und effektiv. Begrüßt wird, dass durch ein weiteres Beleuchtungselement die Nutzungszeit des Spielbereichs für Kinder wie Erwachsene auch in die Abendzeiten verlängert wird.

Insgesamt eine Arbeit, die von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung und den örtlichen Gegebenheiten zeugt, die aber doch einige Schwächen aufzeigt, dies insbesondere im Bereich des Stadtbuckels und des nördlichen Bahngrabens.

 

 

Das Vorstellungsvideo zu Phase 1

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Die Pläne zu Phase 1

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Überblick 

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Gesamtentwurf 

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Detailplan Bahngraben 

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Kommentare (10)

Urs Rosenkranz

ID: 74 08.07.2020 09:01

Wirklich sehr gut fand ich die Lösung an der Wasserstr. / Zwingerplatz. Hier den PKW herauszunehmen und insbesondere den Zwingerplatz wirklich nutzbar zu machen und deutlich aufzuwerten, finde ich eine überzeugende Idee. Dieses sollte bei allen Plänen in ähnlicher Form berücksichtigt werden. Derzeit ist die Gehweg- und die Fahrradwegführung dort nur als kaum haltbar zu bezeichnen. Zudem empfinde ich die derzeitige Situation an dieser Stelle als deutlichen Bruch zwischen Park und Stadt. Selbstverständlich ist diese Stelle, wie auch einige andere, mit hohem Konfliktpotential bezüglich der Aufteilung und Nutzung des Raumes verbunden. Aber besonders an solchen Stellen und Punkten kann eine gute Planung und ein gutes Konzept entscheidendes verbessern.
Interessant ist in diesem Entwurf auch der Vorschlag einer Pergola als Abgrenzung zur Grabenalle aufzustellen.
Auch in den anderen Entwürfen sollte die Begrünung der Zauberflötenbrücke übernommen werden.
(4 Burgen)

Heidi Marwein

ID: 71 08.07.2020 00:42

Dieser Entwurf ist sehr gut verständlich, da er sehr klar strukturiert ist. Ich konnte mir gut vorstellen, wie ich mit meinem Fahrrad rund um die Stadt radeln oder einfach mal ein gemütliche Runde zu Fuß durch den Grüngürtel schlendere. Besonders das Angebot des urban gardening finde ich sehr gelungen. Ein tolle Idee, den Anwohnern der Innenstadt, ein bisschen gärtnern zu ermöglichen. Die Rücknahme des Autoverkehrs zu Gunsten der Fußgänger und Radfahrenden finde ich längst überfällig. Insbesondere, da sich innerhalb des Stadtrings einige Schule, Kindergärten und Seniorenheime befinden. Es ist in unserer aller Verantwortung, gerade für diese Bürger*innen sichere Wege und ansprechende Aufenthaltsorte zu schaffen.

Heike Hügle

ID: 69 07.07.2020 23:22

Sehr gut finde ich, dass der Autoverkehr an den Stadteingängen dem Rad- und Fußverkehr untergeordnet und die Grabenallee einspurig wird. Auch eine Ree-Anlage ohne Durchgangsverkehr kann ich mir sehr gut vorstellen.

Monika Kunschner

ID: 66 07.07.2020 22:08

Den Umbau Zwingerplatz autofrei zu gestalten finde ich seine sehr gute Idee, so wird der Ring auch mehr herausgestellt. Vorrang für Fußgehende und Radfahrende am Eingang Stadtbuckel auch super Idee. Entlang der Grabenalle eine Baumreihe finde ich ansprechender als eine Pergola.

Simone Golling-Imlau

ID: 63 07.07.2020 21:13

Erholung und Aktiv sein sollte generationsübergreifend in die Planung eingehen. So ist mir hier aufgefallen, dass davon gesprochen wurde, einen Teil der Grünanlage für die Erholung der älteren Generation zu überdenken. Ich bin der Meinung, dass der komplette Grüngürtel so überdacht werden muss, dass er für alle Generationen etwas bietet: also bitte auch z.B. in den Spiel/Aktivbereichen Geräte, die sowohl Kinder als auch Senioren (vielleicht auch gemeinsam) nutzen können.
Hier wird sogar von der Alternative gesprochen den Radverkehr ganz aus dem Grüngürtel raus zu halten. Das wird so wohl nicht gehen bzw. auch nicht realistisch sein. Allerdings stellt sich schon die Frage, wie an manchen beengten Stellen (z.B. Rosengarten Richtung Langestraße) eine vernünftige Lösung für Fußgänger und für Radfahrer aussehen könnte.
Die Idee mit der Pergola entlang der Grabenallee finde ich nicht schön und erinnert mich sehr an eine Lärmschutzwand. Da ist die Idee einer Baumreihe (auch was den Namen Allee) betrifft viel besser.

Mathias Kassel

ID: 48 04.07.2020 13:13

Hier ist eine gute Darstellung der bisherigen Schwächen und ein interessantes Aufzeigen von neuen Möglichkeiten mit ausreichenden Flächen gelungen. Ebenso werden durchaus diskussionsfähige Alternativen aufgezeigt.
Insgesamt eine sehr ansprechende Präsentation.

Anke Siebens

ID: 45 03.07.2020 21:15

Die Idee der Pergola zwischen Rosengarten und Grabenallee gefällt mir hier gar nicht.
Ich finde gerade der offene Blick in den Teil der Grünanlage macht einen großen positiven Eindruck von Offenburg bei der bloßen Durchfahrt aus. Ich bin Jahre lang nur durchgefahren zur Arbeit und wohne nun hier. Und dieser Abschnitt meines Weges hat mir immer einen schönen Eindruck gemacht, den man sonst aus Richtung Ei kommend leider an keiner Stelle hat.
Die Idee dort wieder mehr das "Allee Feeling" durch Bäume aufzubauen gefällt mir hingegen viel besser und bietet ebenfalls eine Abgrenzung zur Straße.

Nils Schneider

ID: 54 06.07.2020 21:24

Ein nachvollziehbarer Punkt, aus der Sicht eines vorbeifahrenden Autofahrers. Für mein Verständnis sollten aber die Bedürfnisse der Leute die sich im Park befinden mit Vorrang betrachtet werden (deutlich längere Verweildauer).

Die Pergola schafft für diese eine optische und akustische Trennung vom Verkehr auf der Grabenallee und ist genau deshalb für mich der beste Aspekt am Konzept von w+p. So können die Besucher des Rosengartens eine deutlich ruhigere und entspannte Atmosphäre genießen.

Herbert Müller

ID: 38 01.07.2020 11:56

Würde den Bahngraben an der Ostseite (Wilhelmstr.) mit in die Planung aufnehmen. Der Bahngraben gehört zur Bahn, mit Anregungen zur Gestaltung könnte man mit dieser ins Gespräch kommen. Eine zusammenhängende Gestaltung würde den Bahngraben offener und großzügiger machen. Auch im Zusmmenhang mit der neuen künftigen Bahnhofsgestaltung. Die Reisenden sollten zudem einen guten Eindruck bei der An- und Abreise von Offenburg haben.
Der vorgenante Bereich besteht aus wenig gepflegten "Wildwuchs" wurde in den letzten Jahren auch als "Müllkippe"genutzt.
Meine Vorschläge:
-Altes Stellwerk mit in die Gestaltung integrieren. Nutzung zuführen.
-Kunst in die Böschung , neben der neuen Grüngestaltung, aufstellen, was den Aufenthalt in den Anlagen, mit Blick auf diese fördern würde.
- Besserer Blick von der Anlage aus, auf die typischen Stadthäuser seiner Zeit.

- Stadtmauer ,die Geschichte erzählt, bei Bedarf schonend sanieren. Kein Neubaueindruck.

Ha Vo

ID: 32 29.06.2020 19:23

Positiv: Trennung von Rad- und Fußweg.

Insgesamt aber alle sehr philosophisch.

Mein Vorschlag: Gebt das Geld, was alleine die Planung kosten wird der TBO und vertraut auf unsere Fachleute vor Ort.