2. Rang: BBZL

Die Ergebnisse der Phase 2

Stellungnahme des Preisgerichts

Insgesamt wird die Arbeit sehr positiv bewertet. Sie zeichnet sich durch eine angemessene Gestaltung aus, die auch langfristig verfolgt werden kann und die auch visionäre Aspekte aufzeigt. Leider überzeugt der Bereich Stadtbuckel nicht und man hätte sich eine stärkere Idee gewünscht, die den Grüngürtel in seiner Gesamtheit prägt.

Die finalen Pläne von bbzl finden Sie hier.

 

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Die Arbeit präsentiert sich wohltuend aufgeräumt, durchdacht und stimmig. Vermisst wird allerdings eine tragfähige, übergeordnete Idee für den Grüngürtel. Ob die Plattenstreifen und Wegeeinfassungen als Idee den Zusammenhang des Grüngürtels ausreichend erkennbar machen, wird angezweifelt. Die Stadtmauer wird in Ihrer Ausdehnung leider nicht angemessen in Szene gesetzt. Es wird jedoch anerkannt, dass der Grüngürtel als solcher klar und durchgängig herausgearbeitet ist. Die Lösung, ihn im Norden über die verkehrsberuhigte Wasserstraße zu schließen, überzeugt. Die Gestaltung der einzelnen Bereiche hat hohe Qualität. Die Verfasser gehen davon aus, den schnellen Radverkehr weitgehend aus dem Grüngürtel herauszunehmen. Die Wege im Grüngürtel werden dann sowohl von weniger schnellen Rad- als auch Fußgängern benutzt. In einigen Bereichen wird das zu Konflikten führen.

Die Verfasser stellen die Situation im Zwingerpark ohne das vorhandene Parkhaus dar. Eine kurz- oder mittelfristig nicht realisierbare Lösung, die aber die langfristige Chance aufzeigt, den Park deutlich größer zu fassen und eine Wunde durch das Parkhaus zu heilen. Der Zwingerpark wird als grosszügige Grünfläche vorgeschlagen, locker und differenziert von Bäumen überstellt. Ein blühender Saum fügt sich harmonisch ein. Aufenthaltsbereiche sind gut platziert. Nicht nachvollziehbar ist die Funktion und die damit einhergehende Modellierung der kleinen Liegewiese. Insgesamt ist der Zwingerpark sehr gelungen.

Weniger gut gelungen ist dagegen der Umgang mit dem Stadtbuckel. Es wurde versucht, einen Platz am Südtor auszubilden. Seine Abgrenzung, insbesondere in der Hauptstraße mitten auf der Brücke ist nicht nachvollziehbar. Der Umgang mit dem Kfz-Verkehr in Bezug auf Abbiegevorgänge, Zufahrt in die Innenstadt und Querung der Fußgänger ist nicht gelöst. Das kann nur durch Markierungen in einer Betonsteinfläche nicht funktionieren. Mit dem Materialwechsel wird in der Hauptstraße ein Platz am Stadtbuckel ausgebildet, mit einer vierreihigen Baumreihe, fast schon einem Baumdach. Dies wird an dieser Stelle der städtebaulichen Situation nicht gerecht. Es fehlt eine Differenzierung von Grüngürtel und offenem, städtischem Raum, die Fassaden können nicht zur Geltung kommen, zu viele Bäume.

Die Gestaltung des östlichen Grüngürtels ist interessant. Durch die Anordnung von vier unterschiedlichen Abschnitten, die in räumlich spannungsvoll gegliederte, befestigte Flächen eingebunden sind, wird ein gelungenes und angemessenes Spiel- und Aufenthaltsangebot geschaffen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Anlage zu stark fragmentiert wirkt, hier wäre das Herausarbeiten des Verbindenden unbedingt notwendig. Ob der Einsatz einer großflächigen, modellierten Kunststofffläche als Spielfläche an dieser Stelle richtig ist, wird kontrovers diskutiert. Während die Spiel- und Liegewiese für wohltuendes Grün sorgt, besteht im südlichen Bereich die Gefahr, dass der Raum zu steinern, also zu wenig grün wirkt. Die Übergänge nach Norden und Süden sind gut ausgebildet. Die Gestaltung der Zauberflöten-Brücke führt selbstverständlich in die Innenstadt und löst diesen Bereich, an dem viele unterschiedliche Richtungen aufzunehmen sind, sehr gut.

Insgesamt wird die Arbeit sehr positiv bewertet. Sie zeichnet sich durch eine angemessene Gestaltung aus, die auch langfristig verfolgt werden kann und die auch visionäre Aspekte aufzeigt. Leider überzeugt der Bereich Stadtbuckel nicht und man hätte sich eine stärkere Idee gewünscht, die den Grüngürtel in seiner Gesamtheit prägt.

 

 

Das Vorstellungsvideo zu Phase 1

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Die Pläne zu Phase 1

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Überblick 

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Gesamtentwurf 

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Detailplan Bahngraben 

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Kommentare (13)

Doris Schmitz-Braunstein

ID: 82 08.07.2020 23:20

Die Durchgängigkeit zu den verschiedenen Abschnitten des Grüngürtels zu verbessern, ist ein wichtiger Vorschlag. Hierbei sollte Fußgängern und Fahrradfahrern Priorität eingeräumt werden.
Fahrradfahrer können den Grüngürtel auf eigenen Spuren befahren.
Das City-Parkhaus sollte begrünt werden, aber am Ort verbleiben, da es als Parkraum benötigt wird.
Die Herstellung eines grünen Bereichs in der Wasser- und Seestraße hin zur Gustav-Rée-Anlage ist eine schöne Vorstellung. Der grüne Ring würde so geschlossen.

Ulrike Beck

ID: 78 08.07.2020 17:10

Das Cityparkhaus zurückzubauen um einen grünen Eingangsbereich für den Zwingerpark anlegen zu können klingt aus Sicht eines Grünplaners sicher gut. Allerdings ist das doch das einzige Parkhaus in Offenburg und nicht jeder Autofahrer fährt gern in eine Tiefgarage.
Aber eine Begrünung für das Parkhaus fände ich eine tolle Alternative.

Monika Kunschner

ID: 77 08.07.2020 12:54

Im Cityparkhaus sicherer Fahrradabstellplätze gerade auch mit Kinderanhänger schaffen und dann beruhigt den Grüngürtel und die Innenstadt zu Fuß genießen, wäre sehr schön.

Heike Hügle

ID: 67 07.07.2020 23:16

Das City-Parkhaus abzureißen, um mehr Grünfläche zu schaffen, ist eine tolle Idee. Allerdings steht dieser Vorschlag in Konkurrenz dazu, die Innenstadt frei von Autodurchgangs- und Parksuchverkehr zu machen. Denn hierzu werden vorerst noch innenstadtnahe Parkhäuser gebraucht – mittelfristig vermutlich mehr als zum heutigen Zeitpunkt. Auch sind Anwohnerparkplätze in der Innenstadt vielfach überbelegt. Hier könnten die nicht ausgelasteten Parkhäuser genutzt werden. Längerfristig werden vermutlich von den Anwohnerinnen mehr Autos geteilt und für Besucher der Innenstadt weiter außerhalb gelegene Park- and Ride-Plätze gebaut werden, dann erst könnten Parkhäuser zurückgebaut oder teilweise als Fahrradabstellplätze oder als Paketverteilstationen für die letzte Meile genutzt werden.

Simone Golling-Imlau

ID: 61 07.07.2020 20:38

Bei der Bündelung der Fahrspuren Zauberflöte sollte man auch den Lieferverkehr (Karstadt, Leitermann) auch durch große LKWs bedenken.
Die Grabenallee zu verschmälern ist für mich bei dem momentanen Verkehrsfluss kritisch zu sehen: sie ist heute schon ein "Nadelöhr". Eine Baumreihe entlang der Grabenallee finde ich gut und wäre auch dem Straßennamen wieder gerecht.
Die Frage ist für mich auch, auf welchen Flächen der Rosengarten ergänzt werden soll?
Die Idee das Cityparkhaus zugunsten der Parkfläche abzureißen kann ich gut verstehen. Das Argument aber, dass für das Cityparkhaus kein Bedarf bestehe, verstehe ich allerdings nicht: schon gar nicht, wenn ein zusätzlicher Verkehr durch das neue Einaufscenter erwartet wird. Nicht zu vergessen, dass im Cityparkhaus auch Parkplätze von Bewohnern der Innenstadt gemietet sind und gebraucht werden.
Gut finde ich verschiedene Spielangebote in den Grünflächen verteilt. Ebenfalls gut finde ich, dass diese Spielangebote sowohl Kinder als auch Erwachsene zu einem freien Spiel anregen sollen. Gemeinsames Spiel zwischen verschiedenen Generationen: unterschiedliche Materialien und Untergründe sind auch für Senioren interessant.

Stephanie Stier

ID: 53 06.07.2020 19:41

Die Stadtmauer als Leitelement hervorzuheben finde ich gut. Dies kann durch Entfernen von Bewuchs und durch ein Beleuchtungskonzept betont werden.
Bündelung der Fahrspuren Zauberflöte und die Gestaltung mit grünen Elementen ist eine gute Idee.
Der nordöstliche Ring: Der Vorschlag einer Verteilung von Spielmöglichkeiten im östlichen Teil des Grünen Rings behagt mir nicht so sehr. Spielangebote finde ich konzentriert, zusammenhängend und spannend gestaltet im Bezug zueinanderstehend für Kinder aber auch für die anderen Nutzer der Parkanlage besser.
Mir fehlt bezogen auf den östlichen Ring das Einbeziehen der Ostseite des Bahngrabens. Die Wilhelmstrasse sollte auf der Bahnseite in das Konzept mitberücksichtigt werden.
Südlicher Ring: einer Trennung/ Abgrenzung zur Straße (Grabenallee) durch Baumreihen stehe ich sehr positiv gegenüber. Somit wird die Grabenallee auch wieder zu einer Allee. Was bedeutet, dass die Grabenallee im Querschnitt reduziert werden soll? Bitte unbedingt daran denken, dass hier einer der Nadelöhre Offenburgs lang führt und ein hohes Verkehrsaufkommen stattfindet! Ich hoffe hier wird auch kein Fahrradschutzstreifen eingeplant, wenn der Radweg südlich der Baumreihe geführt werden soll! Bitte nicht!
Einer zusätzlichen Baumbepflanzung am Stadtbuckel kann ich nur zustimmen. Eine tiefere Begrünung in die Kernstadt hinein sollte aber viel mehr Berücksichtigung finden. Ein Reinfließen des gründen Bewuchses (Bäume, Hochbeete, etc.) muss unbedingt erfolgen auch bis auf den Marktplatz hin und die Lange Straße entlang. In einem anderen Konzept wurde dies vorgeschlagen.
Westlicher Bereich/Zwingerpark: Das Cityparkhaus im Nordwesten empfinde ich nicht als gravierende Zäsur, wenn man es in das Konzept einbeziehen und die Kontinuität des Grünen Rings damit aufschließen würde. Ich möchte dem vehement widersprechen, jenes wichtige Parkhaus für Offenburg abzureißen. Nicht entfernen, sondern einbeziehen heißt für mich ein nachhaltiges Handeln. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Gebäude in eine moderne, urbane Gestaltung aufzunehmen in Form von „Vertical Gardening“ und es zu begrünen. Das Schaffen eines Mikroklimas auf einer anderen Ebene zum Zwingerpark, hinaufführend auf die Höhe des Stadtniveaus oberhalb der Stadtmauer wäre auch ein verbindendes Element. Das ist für mich wirkliches ökologisches Potential und nicht die Liege- und Spielwiesen. Großzügige Liege- und Spielwiesen sind bereits in anderen Parkabschnitten genügend vorhanden. Vielleicht könnte man am Parkhaus eine Art Kletterwand integrieren?
=> Insgesamt finde ich das ganze Konzept nicht besonders spektakulär. Bitte noch ausbauen und ruhig mutig sein :-).

Nils Schneider

ID: 52 06.07.2020 13:59

Den geplanten Abriss des City Parkhauses sollte man unter mehreren Gesichtspunkten bewerten. Zwar gewinnt man mehr Platz für den Zwingerpark, jedoch ist der Westteil des Gürtels bereits der Teil mit der größten Grünfläche – braucht es dort noch mehr? Dort wird unter anderem auch die andere Seite des Mühlbachs weiter begrünt. Darüber hinaus ist der Bürgerpark, mit ausreichend Fläche, nicht weit entfernt.

Das Baujahr des City Parkhauses ist mir nicht bekannt, aber auf der Seite der TBO sind 15 Parkmöglichkeiten für OG ausgewiesen – drei davon haben eine E-Ladestation – eine von diesen dreien ist das City Parkhaus. Somit scheint das Parkhaus zumindest schon für die Zukunft gerüstet zu sein.

Durch einen Abriss würde außerdem jede Menge Bauabfälle entstehen die entsorgt werden müssen - Nachhaltigkeit?

Vielleicht wäre es besser, das Parkhaus in den Park zu integrieren, z.B. durch Freistellen des EGs als künftig nutzbare öffentliche (überdachte) Fläche?

Sebastian Fösel

ID: 43 03.07.2020 13:36

Uninteressant ist der Entwurf nicht. Vielleicht habe ich mich verhört, aber wollten die Planer die Fahrbahn in der Grabenalle verengen? - Wenn ja, dann ist es keine gute Idee. Die Grabenalle ist meiner Wahrnehmung nach, starkt befahren. Es könnte zu erheblichen Rückstaus kommen. Die Idee das Parkhaus abzureißen, kann ich aus optischen Gründen nachvollziehen. Ein größerer Park wäre schön, es könnte das Mikroklima in der Stadt verbessern. Wichtig ist aber, bevor man das Parkhaus abreißt, ob die Berechungen über den Parkplatzbedarf stimmen und welchen Einfluss die fehlenden Parkplätze auf den Einzelhandel haben.

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Nils Schneider

ID: 51 06.07.2020 13:58

Die Grabenallee ist die Hauptverbindung zwischen dem westlichen und östlichen Teil der Stadt und stark befahren – auch ich fahre diese nahezu täglich und bin nicht glücklich mit der Verkehrssituation entlang dieser. Diese zu verengen sehe ich erstmal kritisch.

Jedoch sehe ich auch Teile, in denen dies sicherlich möglich wäre. Die Rechtsabbiegerspur auf den Stadtbuckel von Osten kommend ist meiner Erfahrung nach zum Beispiel kaum beansprucht. Auf dieser Spur habe ich selten mehr als drei wartende Fahrzeuge gesehen. Diesen Teil der Fahrbahn könnte man sicherlich der Grünfläche oder dem Radverkehr zuschlagen.

Beate Glatt

ID: 41 03.07.2020 09:57

Tut mir Leid. Wenn ich heute in der Zeitung lese, dass alleine 45.000 Euro nur für die Planung wie man den Zwinger pflegen könnte, dann hat man eigentlich schon genug. Da ist ja für das Geld noch keine Blume gegossen.

Da frage ich mich, ob das Geld nicht besser investiert wäre, wenn man es den Stadtgärtnern gibt.
Erst den Rosengarten einstampfen, alle Blumen aus dem Bürger Park reißen und jetzt hier die großen Maßnahmen schwingen. Da habe ich leider kein Verständnis mehr.

Die Vorschläge sind alle schön und unterscheiden sich ja gar nicht so großartig, das muss man schon sagen. Aber für das Geld, Nein Danke.

Herbert Müller

ID: 35 01.07.2020 10:41

Würde den Bahngraben an der Ostseite (Wilhelmstr.) mit in die Planung aufnehmen. Der Bahngraben gehört zur Bahn, mit Anregungen zur Gestaltung könnte man mit dieser ins Gespräch kommen. Eine zusammenhängende Gestaltung würde den Bahngraben offener, sicherer und großzügiger machen. Auch im Zusmmenhang mit der neuen künftigen Bahnhofsgestaltung. Die Reisenden sollten zudem einen guten Eindruck bei der An- und Abreise von Offenburg haben.
Der vorgenande Bereich besteht aus wenig geplegten "Wildwuchs" wurde in den letzten Jahren auch als "Müllkippe"genutzt.
Meine Vorschläge:
-Altes Stellwerk mit in die Gestaltung integrieren. Nutzung zuführen.
-Eventuell Kunst in die Böschung , neben der neuen Grüngestaltung, aufstellen, was den Aufenthalt in den Anlagen, mit Blick auf diese fördern würde.
- Besserer Blick von der Anlage aus, auf die typischen Stadthäuser seiner Zeit.
- Stadtmauer ,welche " Geschichte erzählt", bei Bedarf schonend sanieren. Kein Neubaueindruck.